Was interessiert mich heute? Kein aktuelles Thema der Bild, obwohl es peripher auch damit zusammenhängt.
Mittlerweile bin ich fast 3 Wochen in meiner Reha, und abgesehen von gelegentlichen Telefongesprächen mit meiner Familie, habe ich absichtlich den direkten Kontakt mit meinen Freunden vermieden. Gelegentlich poste ich auf Facebook meine Erlebnisse, das ist aber auch schon alles.
Facebook führt mich aber zu dem Thema, über das ich heute nachdenken möchte:
Respekt!
Was ist das überhaupt Respekt? Wikipedia sagt uns dazu folgendes:
„Respekt (lateinisch respectus „Zurückschauen, Rücksicht, Berücksichtigung“, auch respecto „zurücksehen, berücksichtigen“) bezeichnet eine Form der Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Ehrerbietung gegenüber einem anderen Lebewesen (Respektsperson) oder einer Institution.“
Ich möchte das ganze jedoch noch um einen Gedanken ergänzen. Respektvoll verhalten kann sich nur, wer sich selbst Wertschätzt!
Und warum interessiert mich das, gerade im Zusammenhang mit Facebook? In letzter Zeit nutze ich Facebook eben nicht nur, um mit Freunden zu kommunizieren und zu spielen, sondern auch um Informationen zu erhalten. Facebook hat den ungemeinen Vorteil, dass es schnell vielfältige Infos zur Verfügung stellt. Nahezu jede große Zeitung ist mit Facebook verknüpft, genauso wie Organisationen, Politiker usw..
Die Besonderheit ist jedoch, dass ich hier die Infos nicht nur passiv konsumieren muss. Im Gegenteil ich kann meine Meinung dazu äußern. Die einfachste Form ist der „Gefällt Mir Button“, darüber hinaus steht es mir in den meisten Fällen jedoch auch frei Kommentare zu hinterlassen. Und genau diese Kommentare führen uns zum Thema Respekt!
Selbstverständlich muss der Konsument nicht mit jedem Artikel einverstanden sein, den er liest und über die Kommentarfunktion kann er dies auch mitteilen.
Erschreckend finde ich es nur, wenn es in diesen Kommentaren überhaupt nicht mehr um Kritik geht. Vielen Postern scheint es nur darum zu gehen zu verletzen, zu hetzen oder ganz einfach ihren Frust weiterzugeben.
Sind wir so sprachlos geworden, so wütend, dass wir nicht mehr in der Lage sind wirklich Kritik zu üben. Oder geht es nur noch darum wahrgenommen zu werden? Durch möglich drastische Kommentare, eine möglichst große Anzahl an „Gefällt mir“ Klicks zu erreichen?
Ich gebe zu, dass ich selbst ein sehr Kritik freudiger Mensch bin. Allerdings zu meist mit Begründung und niemals auf einem Niveau von Kommentaren wie: „Verrecke, Verräter, du bist scheiße“ etc.. Als letzte Woche der DFB einen neuen Präsidenten wählte, war der Großteil der Kommentare auf diesen Niveau und ohne jeden Bezug zum eigentlichen Artikel.
Bei Facebook, so kommt es mir zumindest vor, scheint das die Regel zu sein. Erleichtert wird das ganze natürlich dadurch, dass viele User nicht unter ihrem Namen Posten und so nur in Ihrem Kreis identifizierbar sind. Peinlich, Feige? Meiner Meinung nach ja!
Meine eigene Meinung sollte ICH auch vertreten können und ich sollte den Schneid haben zu zu lassen, dass Argumente meine Meinung widerlegen. Nur dann macht eine Diskussion wirklich Sinn.
Und da sind wir wieder beim Respekt, nur wenn ich mich Selbst respektiere kann ich dies auch bei anderen. Nur dann kann ich auch in einen vernünftigen Dialog treten. Einem Dialog der aus mehr als einem Wort besteht und nicht nur von Wut gesteuert wird.
Schöne Rede nur wie bewerkstelligen? Vielleicht in dem ich mich erst einmal so akzeptiere wie ich bin und nicht versuche so zu sein wie andere mich haben wollen.
In unserer Gesellschaft ist das wahrscheinlich der schwerste Schritt!





